Grundbegriffe
Generative KI
Generative KI ist Software, die aus Trainingsdaten eigenständig neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio oder Code erzeugt, statt nur vorhandene Daten zu sortieren oder zu erkennen. Für euren Betrieb heißt das: Routineaufgaben wie Textentwürfe lassen sich automatisiert vorbereiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Bitkom (16.10.2024): 9 % der Unternehmen nutzen generative KI, 18 % planen den Einsatz.
- Bitkom 2024: 20 % aller deutschen Unternehmen nutzten KI insgesamt – ein Jahr zuvor erst 15 %.
- EU AI Act: Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte gelten ab August 2026.
- Faustregel: Generative KI erzeugt neue Inhalte, klassisches Machine Learning erkennt nur vorhandene Muster.
Was ist das?
Generative KI bezeichnet Systeme, die aus vorhandenen Trainingsdaten eigenständig neue Inhalte erzeugen: Text, Bilder, Audio, Video oder Programmcode. Nutzerinnen und Nutzer stellen dabei laut Bitkom in natürlicher Sprache Fragen oder Anweisungen, worauf die KI Texte, Bilder, Videos, Musik oder auch Programmcode erzeugt. Stellt es euch wie einen Assistenten vor, der aus euren Stichpunkten einen kompletten Entwurf formuliert, statt nur eine Vorlage auszufüllen.
Technische Basis sind meist große Sprachmodelle (LLM) oder andere neuronale Netze, die in einem Trainingsprozess Muster in großen Datenmengen gelernt haben. Bei jeder Anfrage berechnet das Modell, welches Wort oder Pixel als Nächstes am wahrscheinlichsten folgt. Bekanntestes Beispiel ist der Chatbot ChatGPT, den vermutlich auch bei euch im Team schon jemand ausprobiert hat.
Im EU AI Act gelten große generative Modelle als typisches Beispiel für ein KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI), weil sie flexibel Inhalte in Form von Text, Audio, Bild oder Video erzeugen und sich für viele unterschiedliche Aufgaben eignen. Diese Einordnung entscheidet mit darüber, welche Pflichten für Anbieter gelten – auch wenn euer Betrieb ein solches Modell nur einsetzt, statt es selbst zu entwickeln.
Anbieter generativer KI müssen zudem sicherstellen, dass KI-generierte Inhalte erkennbar sind; bestimmte Inhalte wie Deepfakes müssen zusätzlich deutlich gekennzeichnet werden. Diese Transparenzregeln des EU AI Act greifen ab August 2026 und betreffen vor allem Anbieter – veröffentlicht euer Betrieb solche Inhalte selbst weiter, kann das indirekt relevant werden.
Was bringt das eurem Betrieb?
Generative KI übernimmt in vielen Betrieben die erste Version von Routinetexten: Angebotsschreiben, Stellenanzeigen, Produktbeschreibungen oder Antwort-E-Mails. Nach unserer Erfahrung spart ihr dadurch beim ersten Entwurf spürbar Zeit – die fachliche Prüfung bleibt aber bei euch im Team, weil das System Fakten erfinden kann (siehe KI-Halluzination).
Auch in Marketing und interner Kommunikation könnt ihr generative KI einsetzen, etwa für Bildvarianten oder Übersetzungen. Wichtig ist der Blick auf den Datenschutz: Gebt ihr Kunden- oder interne Daten ein, solltet ihr prüfen, ob der Anbieter diese zum Training nutzt und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt.
Was kostet das?
Die Kosten hängen stark davon ab, ob ihr fertige Werkzeuge wie ChatGPT oder Copilot per Lizenz nutzt oder eine individuelle Lösung mit Anbindung an eure Daten aufbaut. Laufende Lizenzkosten pro Nutzer und Monat unterscheiden sich je Anbieter und Funktionsumfang deutlich – ein Blick in die aktuelle Preisliste des jeweiligen Tools lohnt sich, bevor ihr euch entscheidet. Euer erstes KI-System zum Festpreis ab 3.500 € (AI READY) ist ein realistischer Einstiegspunkt für ein klar umrissenes Projekt. Entscheidend für den tatsächlichen Aufwand sind Datenmenge, Anzahl der Schnittstellen und ob die Lösung in der EU gehostet werden soll.
Beispiel aus dem Mittelstand
Ein Maschinenbauer mit 60 Mitarbeitenden erstellt technische Dokumentationen und Ersatzteilkataloge bislang manuell in der Technischen Redaktion. Mit generativer KI entwirft das Redaktionsteam aus Stichpunkten und alten Vorlagen einen ersten Textentwurf, der anschließend fachlich geprüft und freigegeben wird. Der Prozess verkürzt sich vor allem bei wiederkehrenden Textbausteinen, die inhaltliche Verantwortung bleibt beim Team.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen generativer KI und klassischem Machine Learning?
Machine Learning erkennt und klassifiziert meist vorhandene Daten, etwa um Ausschussteile zu identifizieren. Generative KI erzeugt dagegen neue Inhalte wie Texte oder Bilder, die es in dieser Form vorher nicht gab.
Ist ChatGPT generative KI?
Ja, ChatGPT ist ein bekanntes Beispiel für generative KI. Es basiert auf einem großen Sprachmodell und erzeugt Text als Antwort auf eure Eingabe.
Müssen wir KI-generierte Inhalte kennzeichnen?
Der EU AI Act verpflichtet vor allem Anbieter, dafür zu sorgen, dass KI-generierte Inhalte erkennbar sind; bestimmte Inhalte wie Deepfakes müssen zusätzlich deutlich gekennzeichnet werden. Diese Transparenzregeln gelten ab August 2026 – Details regelt der Begriff KI-Kennzeichnungspflicht.
Ist generative KI DSGVO-konform nutzbar?
Ja, wenn ihr auf Auftragsverarbeitung, Datenminimierung und ggf. EU-Hosting achtet. Ein pauschales Ja oder Nein gibt es nicht – das hängt vom eingesetzten Tool und den verarbeiteten Daten ab.
Quellen
Verwandte Begriffe
Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Aussagen für euren Einzelfall klärt ihr mit eurer Rechts- oder Datenschutzberatung.
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